Abrüsten

Atomkrieg ist möglich

denn die Waffenarsenale sind da.

Ein Atomkrieg aus Versehen ist möglich:

wegen Fehlalarm, Fehlwahrnehmung. In Verbindung mit  der Angst vor einem Überraschungsangriff, einem Überraschungsschlag, gar einem Entwaffnungsschlag. Daher die Haltung: Wir müssen jederzeit zuschlagen bzw. zurückschlagen-können. Denn wer abwartet könnte verlieren.

Verschärft: Fehleinschätzung oder Kontrollverlust durch Cyber- Attacken

Der Atomkrieg wird wahrscheinlicher

 

Abschreckung durch Fähigkeit zur Vergeltung - Mutual Assured Destruction:

Wenn eine Seite angegriffen wird, kann sie vernichtend zurückschlagen.

Die Fähigkeit zur Vergeltung soll / wird von einem Angriffsschlag abschrecken. Wenn beide Seiten rational handeln. Und ethisch verantwortlich handeln. Und keinen Krieg wollen.

Der Begriff der Abschreckung wird jetzt (in den letzten Jahren) so verwendet:  Militärische Stärke ist wichtig und notwendig und alles was machbar ist, das beschaffen wir auch - ohne Rücksicht auf Stabilität. Je stärker wir sind, umso besser die Abschreckung.

Früher wurde argumentiert: Abschreckung plus Entspannungspolitik plus Rüstungskontrolle - das ergibt Sicherheit! Diese Argumentation wurde stillschweigend fallen gelassen!

 

Die Fähigkeit zur Vergeltung wird bedroht:

- durch Raketenabwehrraketen (ABM= Anti Ballistic Missile) die einen Vergeltungsschlag abfangen können.

Neue ABM- Rüstung der USA, Stationierung an Land - Polen, Rumänien, Alaska - und auf See (Aegis-System);

Abwehrraketen in Südkorea (THAAD)

Nach Kündigung des ABM-  Vertrages gibt’s keine politische Eingrenzung der ABM- Rüstung. Vorläufig gibt es nur eine technische Grenze: Kosten der ABM- Systeme, Funktionsfähigkeit, Zuverlässigkeit. Rußland könnte vorhandene Luftabwehr-Systeme (SAM 400 ?) zu ABM Systemen aufrüsten? Derzeit keine Hinweise. Rußland scheint Raketensysteme zu bevorzugen, die von den derzeitigen ABM- Systemen nicht abgewehrt werden können.

- durch die Zielgenauigkeit der Atomwaffenträger

GPS- Steuerung von strategischen Waffen (ballistische Raketen, Bomber, Marschflugkörper, auch vom U-Boot abgeschossene Raketen) ermöglicht präzise Steuerung von Atomwaffen, damit die Realisierung von Erstschlags- Entwaffnungsschlag- Optionen. ("realistischer" als in den 80er Jahren, als die Konzepte „Enthauptungsschlag“ u.dgl. formuliert wurden)

Darüber hinaus: Entwicklung von neuen Angriffswaffen, die strategische Ziele zerstören können (superschnelle Cruise- Missiles mit interkontinentaler Reichweite) („die Hyperschallwaffe“)

Bomber und Marschflugkörper mit Stealth- Technik, die Abwehrsysteme überwinden können.

- durch Anti-Submarine- Warfare (ASW) =  U-Boot- Bekämpfung:  Heute effektiver durch Sensoren, Lenkwaffen, Datenauswertung, durch Verbesserung der Koordinations- und Führungsfunktionen.

 

Warum die Abschreckung versagen kann:

Wer als erster zuschlägt, könnte im Vorteil sein, oder könnte glauben im Vorteil zu sein.

Die Fähigkeit zur Entwaffnung / teilweisen Entwaffnung des Gegners durch einen Erstschlag,

zusammen mit der Fähigkeit zur Zerstörung der strategischen U-Boote (ASW),

zusammen mit der Fähigkeit einen restlichen Vergeltungsschlag abzufangen oder auch nur abzumildern (ABM),

führt zur Destabilisierung.

Es entsteht ein Entscheidungsdruck bzw. Handlungszwang in einer Krise.

Verkürzung der Vorwarnzeiten - weniger Zeit für rationale Entscheidungen. Strategische Angriffswaffen der USA in Europa - wie 1983 vorgenommen und durch das INF Abkommen beseitigt - verkürzen die Zeit dramatisch, die der russischen Führung für Reaktionen bleiben.

Auch wenn die Militärführungen der USA bzw. Rußlands ein solches Szenario gar nicht verfolgen (was wir nicht wissen können) führt allein die Denkmöglichkeit einer solchen Angriffsoption zur Destabilisierung.

Denn jede Militärführung muss Angst haben vor Überraschungsangriff und Entwaffnung, und in einer Krise diesem Angriff zuvorkommen.

Atomkrieg kann aus einem konventionellen Krieg entstehen

Nach der Expansion der NATO: Konfrontation in Ost- Europa: Manöver und Säbelrasseln. Russland wird als Feind betrachtet. Eskalation aus einem konventionellen Krieg, aus einem Manöver, einer Provokation, ist möglich bzw wahrscheinlicher geworden. Die an konventionellen Waffen in einer Kriegslage (auf dem aktuellen Gefechtsfeld) unterlegene Seite kann Atomwaffen einsetzen, um eine Niederlage abzuwenden. (das war die Planung der NATO zu Zeiten des Kalten Krieges, dafür wurden Tausende taktische Atomwaffen in Westdeutschland sationiert) Und sie greift die kriegswichtigen Ziele im Hinterland des Angreifers an. Konkret: Stützpunkte der USA bzw der NATO in Westdeutschland.

Neue russische Marschflugkörper können die Aufmarschwege und neuen Stützpunkte der NATO in Osteuropa angreifen.

(Thomas Rödl März 2019)


Viele Infos und Hinweise auf Aktionen: www.atomwaffenfrei.de


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